Einsatz digitaler Medien im Unterricht: Möglichkeiten

Im Gastbeitrag von schulfahrt.de geht es darum, wie der Einsatz digitaler Medien im Unterricht sinnvoll gestaltet werden kann.

Smartphones, Tablets und Laptops sind für die meisten Kinder und Jugendlichen in Deutschland schon längst nicht mehr wegzudenken. Trotzdem stehen viele Schulen einem Einsatz digitaler Medien im Unterricht skeptisch gegenüber – teilweise ist deren Verwendung sogar völlig untersagt. Um jedoch direkt an die Lebenswelt der Schüler:innen anzuknüpfen, sollten die mobilen Endgeräte auch in der Schule einen festen Platz einnehmen – und dafür gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten.

Welche Bedeutung haben Smartphone und Co. für Kinder und Jugendliche?

Der Großteil aller Schüler:innen in Deutschland besitzt heute ein Smartphone, Tablet und/oder Laptop mit Zugang zu mobilem Internet und zahlreichen Apps. Laut der Bitkom verbringen Deutschlands Kinder und Jugendliche gute 111 Minuten pro Tag online. Außerdem können sich ganze 59 % der 10-18-Jährigen ein Leben ohne das World Wide Web gar nicht mehr vorstellen. Demzufolge sind digitale Medien für Kinder und Jugendliche inzwischen ein fester Bestandteil ihres Lebens.

Auch im schulischen Kontext spielen mobile Endgeräte für die Kinder und Jugendlichen eine immer größere Rolle. Ob digitaler Stundenplan, Lern-Apps oder Online-Nachschlagewerke für den Sprachunterricht: Kinder und Jugendliche meistern ihren Schulalltag heute nicht mehr nur analog. Und trotzdem hat eine Studie festgestellt, dass die Digitalisierung an Deutschlands Schulen unterschiedlich voranschreitet.

Warum sollten digitale Geräte in den Unterricht integriert werden?

Eines der obersten Unterrichtsziele sollte es sein, direkt an die Lebenswelt der Schüler:innen anzuknüpfen. Lehrer:innen sollten also nicht die Augen davor verschließen, dass ihre Klassen tagtäglich Zeit am Smartphone und anderen mobilen Endgeräten verbringen. Schließlich liegt es nicht nur in der Verantwortung der Eltern, sondern auch von Schulen, Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln.

Lehrer:innen sollten den Mehrwert, den Smartphone und Co. bieten, wahrnehmen. Durch den Einsatz digitaler Medien im Unterricht ist es möglich, …

  • … auf Gefahren aufmerksam zu machen (z.B. Cybermobbing).
  • … verschiedene Gerätefunktionen zu vermitteln (z.B. Taschenrechner).
  • … die Schüler:innen zu einem bewussteren Umgang mit Smartphone und Co. anzuleiten.
  • … die Kinder und Jugendlichen zum kritischen Hinterfragen ihres persönlichen Medienkonsums zu animieren.
  • … komplexe Lerninhalte verständlich (z.B. visuell) aufzubereiten.
  • … die eigenständige Wissensaneignung der Schüler:innen zu fördern.
  • … wichtige Medienkompetenzen zu vermitteln.
  • … das Lerngeschehen abwechslungsreicher zu gestalten.
  • inklusive Schule einfacher umzusetzen.

Unterrichtsideen zum Einsatz digitaler Medien

Die Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien im Unterricht sind unbegrenzt. Eine wichtige Voraussetzung ist hier aber natürlich die entsprechende Hardware. Schulen haben die Wahl zwischen Neuware und Refurbished IT. Dabei ist zu beachten: Refurbished IT, d.h. generalüberholte, erneuerte Hardware, ist nicht schlechter als Neuware.

Die folgenden Beispiele aus der Praxis zeigen, wie mobile Endgeräte als neues, kreatives Lernmedium im Unterricht konkret eingesetzt werden können.

Recherchearbeit im Web

Das Internetsurfen am Smartphone, Tablet oder Notebook gehört für Deutschlands Kinder und Jugendliche heute zum Standard. Eine gute Möglichkeit, wie Schüler:innen sowohl ein mobiles Endgerät als auch das World Wide Web im Unterricht nutzen können, ist die eigenständige Recherchearbeit im Netz zu einem vorgegebenen Thema. Im Anschluss daran werden alle Ergebnisse in der Klasse zusammengetragen und darüber diskutiert.

Digitales Lernen an Stationen

Das Lernen an Stationen ist eine gängige Unterrichtsform, bei der die Schüler:innen eigenständig an verschiedenen „Stationen“ im Klassenzimmer etwas zu bestimmten Themenbereichen lernen können. Dazu liegen an den einzelnen „Stationen“ verschiedene Aufgabenstellungen (z.B. in Form von Arbeitsblättern) bereit, die die Schüler:innen lösen sollen.

Beim digitalen Lernen an Stationen werden klassische Arbeitsmaterialien durch eine hochwertige (ökologische und preiswerte) IT-Ausstattung für Schulen ersetzt. Tablets und/oder Notebooks halten dabei zum Beispiel Erklärvideos, Podcasts oder Filmbeiträge zum jeweiligen Thema bereit. Bei dieser Unterrichtsmethode kommen Schüler:innen vor allen Dingen mit der Audio- und Videofunktion von mobilen Endgeräten in Berührung. Gleichzeitig wird ihre selbständige Wissensaneignung gefördert.

Virtuelle Exkursionen

Eine weitere Möglichkeit, wie digitale Medien im Unterricht eingesetzt werden können, bieten virtuelle Exkursionen mit Google Maps. Mit diesem Online-Kartendienst können Lehrpersonen ihren Schüler:innen beispielsweise im Geographie- oder Fremdsprachenunterricht einen visuellen, wirklichkeitsgetreuen Eindruck von bestimmten Regionen oder Städten bieten.

Hier sollte jedoch unbedingt beachtet werden: Google Maps ist natürlich kein Ersatz für Klassenfahrten, die eine gute Klassengemeinschaft mitsamt Vorteilen fördern.

Book Slam

Bei einem „Book Slam“ sollen die Schüler:innen ein Buch auswählen und dazu selbstständig (alleine, in Partner- oder Gruppenarbeit) ein 90-120 Minuten langes Video aufnehmen – die Schüler:innen lernen so, wie sie die Videofunktion ihres Smartphones verwenden. Im Video sollen der Buchinhalt und die persönliche Meinung der Schüler:innen abgedeckt werden. Die fertigen Beiträge werden in der Klasse angeschaut und der beste per Abstimmung demokratisch gewählt.

Social-Media-Stimmungsbild

Ein sogenanntes Social-Media-Stimmungsbarometer lohnt sich zur Behandlung von aktuellen Themen und für den sinnvollen Einsatz von sozialen Netzwerken im Unterricht. Schüler:innen erhalten den Auftrag, bis zur nächsten Unterrichtsstunde gezielt in Social-Media-Kanälen, wie Facebook, Twitter und Instagram, darauf zu achten, was zu einem bestimmten Thema gepostet wird (z.B. Flüchtlingspolitik).

Die Beiträge, die die Schüler:innen ganz besonders interessant finden, sollen sie sich notieren oder in Form eines Screenshots mitbringen. Im Klassenverband werden die einzelnen Postings besprochen und zu einem gemeinsamen Stimmungsbild zusammengefügt.

Fazit

Digitale Medien und die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind mittlerweile untrennbar miteinander verbunden. Schulen dürfen vor dieser – inzwischen nicht mehr ganz so neuen – Realität nicht die Augen verschließen, sondern sollten stattdessen den Unterricht gezielt darauf ausrichten. Wie dieser Beitrag zeigt, bieten digitale Medien einen echten Mehrwert für Schüler:innen und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Smartphone und Co. in den Unterricht integriert werden können.

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